Bahnsport

Wer bremst verliert

Bahnsport oder Speedwayrennen finden auf einer flachen, ovalen Strecke mit einem Untergrund aus Kalksandstein, Sand oder Gras statt. Laut offizieller Definition handelt es sich um einen „Belag aus Granit, Schiefer, Ziegel-Granulat oder ähnlichem ungebundenen Material auf einem Untergrund aus fester Erde“.[1] Die Rennfahrer legen ihre Maschinen seitwärts in die Kurven (sogenanntes Powersliding), wobei die Hinterräder nach außen „ausschlagen“ und sie mit den Vorderrädern um die Kurven steuern (siehe Bilder).

Bei einem Speedwayrennen starten vier oder sechs Fahrer gleichzeitig in einem stehenden Start. Ihre Motorräder müssen mindestens 80 Kilogramm wiegen, haben keine Bremse und nur einen Gang. Die Motoren sind 500 cm³ Einzylinder-Viertakter mit Methanol als Kraftstoff. Es werden Geschwindigkeiten bis zu 130 km/h (auf den Geraden) erreicht.

Ein Rennen über vier Runden dauert bei einer Bahnlänge von 300 bis 400 Metern in etwa eine Minute.

Der wichtigste Speedwaywettbewerb ist die Speedway-WM, die seit 1995 im Grand-Prix-System ausgetragen wird. Der Fahrer, der über die gesamte Saison die meisten Punkte in den Grand-Prix-Rennen sammelt, darf sich am Ende Weltmeister nennen.

Die größte Popularität erreicht der Speedwaysport heutzutage in Osteuropa (vor allem Polen), Großbritannien und Skandinavien. In Deutschland, Belgien und den Niederlanden sind dagegen Langbahnrennen (über 425 Meter) populärer, die von den Fahrern nicht so viel technisches Können verlangen, dafür aber mehr Ausdauer.

In Deutschland gibt es eine Speedway-Bundesliga, bei der der deutsche Vereinsmeister ausgefahren wird. Zudem werden jährlich deutsche Einzelmeisterschaften der Profis und U-19 sowie U-21-Meisterschaften ausgefahren. Speedwayfahrer nehmen in der Regel an mehreren Ligen gleichzeitig teil. Dies ist möglich, da nicht jedes Team an jedem Wochenende einen Renntag hat. Die Fahrer sind oft Mitglieder in mehreren Teams in verschiedenen Ländern. Somit haben die Speedwayfahrer fast immer einen vollen Terminkalender, denn zusätzlich zu den Ligarennen kommen noch verschiedene Pokalwettbewerbe der Ligateams, nationale und internationale Meisterschaften sowie weitere Einladungsturniere an denen die Fahrer teilnehmen, hinzu. Es ist auch sehr verbreitet, dass die Fahrer ihre Teams häufig wechseln. Verträge, die über mehr als drei Jahre laufen, sind eher selten.


Quelle: Wikipedia
Foto: Klaus Goffelmeyer

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